Die Romanische Kulturwissenschaft trauert um
Prof. Dr. Ulrich Prill
der am 6. Juli 2010 nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.
Ulrich Prill gehört zur ersten AssistentenGeneration der frisch gegründeten Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz. Seinem enzyklopädischen literarischen Wissen, seiner Liebe zur klassischen Musik, zur Oper im besonderem, aber vor allem seinem teilenden Verlangen ist es zu verdanken, dass auf dem Campus, unter den Studierenden das Pflänzchen Kulturelles Leben wachsen und gedeihen konnte. Streng und fordernd in der Lehre, passioniert und akribisch in der Forschung, korrekt und warmherzig war er eine Bereicherung für die Technische Universität Chemnitz und die dort wirkenden Menschen. 1997 hat ihn die Philosophische Fakultät in Romanischer Literaturwissenschaft habilitiert; 1999 verließ er Sachsen mit einem Ruf an die Universität Mainz.
Die Strahlkraft seines Wirkens lässt nicht nach.
Allen, die um ihn trauern, sprechen wir unsere herzliche Teilnahme aus.
Wir werden Ulrich Prill ein ehrendes Gedenken bewahren.
Mit Bestürzung habe ich von Herrn Prills Tod gehört. Mein Mitgefühl ergeht an die Hinterbliebenen. Ich bin dankbar, dass ich ihn im Rahmen meiner Arbeit in der Romanistik kennen lernen durfte.
Heike Zenner
media vita in morte sumus – wer hätte das besser gewusst als Du, lieber Ulrich. Ich trauere um einen leidenschaftlichen und großherzigen Menschen.
Nicole Zeddies
Die Mitarbeiter des Martin Meidenbauer Verlages wollen ihr aufrichtiges Mitgefühl und ihre tiefe Anteilnahme ausdrücken.
Herr Professor Prill war der Herausgeber der Reihe “Romania Viva” und hat den Verlag somit von seiner Geburtsstunde an durch seine wertvolle Arbeit unterstützt. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Allen Leidtragenden sprechen wir unsere herzliche Teilnahme aus.
André Pleintinger
…
Ihre Seminare zur italienischen Lyrik waren mir während meines Studiums meine liebsten Stunden.
Vielen Dank für alles, was ich bei Ihnen lernen durfte.
…
L’infinito (G. Leopardi)
Sempre caro mi fu quest’ermo colle,
E questa siepe, che da tanta parte
De l’ultimo orizzonte il guardo esclude.
Ma sedendo e mirando, interminato
Spazio di là da quella, e sovrumani
Silenzi, e profondissima quiete
Io nel pensier mi fingo, ove per poco
Il cor non si spaura. E come il vento
Odo stormir tra queste piante, io quello
Infinito silenzio a questa voce
Vo comparando: e mi sovvien l’eterno,
E le morte stagioni, e la presente
E viva, e ‘l suon di lei. Così tra questa
Infinità s’annega il pensier mio:
E ‘l naufragar m’è dolce in questo mare.
Herr Prof. Prill lehrte 1999-2002 am damaligen Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Unvergessen bleiben für mich u.a. Mut und Demut, mit denen Prof. Prill auf Augenhöhe mit Studierenden am Unterricht teilnahm und sich Prüfungen stellte, um sein Talent zum Simultandolmetschen zu erproben und in unseren internationalen Konferenzen unter Beweis zu stellen. Ulrich Prill war bei vielen Kollegen und Studierenden sehr beliebt.
Allen Trauernden übermittle ich mein aufrichtiges Mitgefühl.
María Cristina Haack
In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
[Ps 31,6]
Ich nehme Abschied von meine lieben Freund Prof. Dr. Prill. Unsere wunderbare Freundschaft, gemeinsame Träume und deinen inspirierenden Zuspruch werde ich stets in Erinnerung behalten. Möge es dir wohl ergehen, bis wir uns wiedersehen und wir uns bei unseren Taufnamen rufen, lieber Ulrich!
Dein Lars
Gott segne Dich und Deine Spuren auf dieser Welt!
Ich durfte Prof. Prill während meiner Chemnitzer Zeit als Studentin erleben. Über seinen frühen Tod bin ich tief erschüttert. Seine Lehrveranstaltungen waren ein Erlebnis der besonderen Art, menschlich und fachlich stets ein Gewinn. Mein Mitgefühl gilt seinen Freunden und Angehörigen.
Mit Bestürzung lese ich von Ulrichs viel zu frühem Tod. Wir lernten zusammen im Französisch-LK und büffelten gemeinsam fürs Abi. Schon damals war Uli brilliant und seine anschließende akademische Laufbahn erschien nur folgerichtig. Ich bin sicher, er wurde ein hervorragender Lehrer und konnte die Menschen für sein Fach begeistern wie wenige es vermögen. Gern hätte ich ihn mal wieder getroffen, über die Schulzeit geplaudert und ein wenig gefachsimpelt. Das ist nun nicht mehr möglich – man denkt halt allzu leichtfertig, man hätte alle Zeit der Welt..
Durch die Suche eines Buches aus der französischen Literatur ist mir eine Notiz aus der Zeit meines Romanistikstudiums in Aachen in die Hände gefallen.Wie das so ist, schaue ich ins Internet nach einigen Namen, die mir gut in Erinnerung geblieben sind.
Mit großer Betroffenheit lese ich heute von der völlig unerwarteten Nachricht des zu frühen Todes von Ulrich Prill.
Uli, ein Charakter, schon damals geprägt durch enormen Wissens-und Forscherdrang war mit mir zusammen in den Seminaren für französische Literatur bei Prof.Dr.Hans Felten.Uli war jemand, der die Seminare durch seine Fragen und interpretierenden Antworten interessant und auch humorvoll mitgestaltete.
Er war mit Sicherheit ein beliebter Dozent, der die Materie sehr gut vermittelte.
In Erinnerung bleibt mir ein sehr höflicher Mensch, der Kultur und Ästhetik schätzte. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, warum solche Menschen wie Uli so früh gehen müssen.
Balaustrata di brezza
per appoggiare stasera
la mía malinconia
Ich bin so unendlich traurig darüber, Ulli, dass Du von uns gegangen bist.
Du warst mein Freund!
Meike
Lieber Herr Prill,
Sie haben in uns Studenten diese Leidenschaft für Kultur und Literatur entfacht und befeuert. Dafür bin ich Ihnen ewig dankbar.
Mild und leise
wie er lächelt,
wie das Auge
hold er öffnet –
seht ihr’s, Freunde?
Seht ihr’s nicht?
Immer lichter
wie er leuchtet,
stern-umstrahlt
hoch sich hebt?
Tristan und Isolde, III, 3.
Ihre Ina de Vries